Die Europäische Union arbeitet weiterhin an der Regulierung von PFAS. Nachdem Deutschland, Dänemark, die Niederlande, Norwegen und Schweden bereits im Januar 2023 einen umfassenden Beschränkungsvorschlag eingereicht hatten, veröffentlichte die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) am 20. August 2025 eine überarbeitete Fassung des Entwurfs.

Neue Fassung berücksichtigt Einwände und nennt Ausnahmen
Die überarbeitete Fassung behandelt zusätzliche Anwendungsbereiche und erweitert damit den Geltungsrahmen der geplanten REACH-Beschränkung. In bestimmten Fällen öffnet sie jedoch die Tür für Ausnahmen. Zudem wurden zahlreiche Fristen verlängert, und für wichtige Zukunftstechnologien wie Halbleiter wird eine neue Option für den zeitlich unbegrenzten Einsatz von PFAS-haltigen Produkten eingeführt. Darüber hinaus soll der industrielle oder gewerbliche Einsatz von PFAS-haltigen Gleitmitteln nun uneingeschränkt für mehr als eine Dekade möglich bleiben.
RAC und SEAC prüfen Risiken und Folgen
Die wissenschaftlichen Ausschüsse der ECHA – RAC (Risikobewertung) und SEAC (sozioökonomische Analyse) – sollen ihre abschließenden Stellungnahmen bis Ende 2026 vorlegen. Im Frühjahr 2026 ist zudem eine gezielte öffentliche Konsultation zum SEAC-Entwurf vorgesehen. In dieser Phase können Unternehmen, Verbände und Interessengruppen ihre Einschätzungen zu wirtschaftlichen Auswirkungen und zur Umsetzbarkeit einbringen.
Erstes Teilverbot in Kraft: PFAS in Löschschäumen
Am 29. April 2025 beschlossen die EU-Mitgliedstaaten ein Verbot von PFAS in Feuerlöschschäumen. Damit wird erstmals der Einsatz aller PFAS in einem spezifischen Anwendungsfeld untersagt – ein deutliches Signal für den künftigen Umgang mit dieser Stoffgruppe. Je nach Einsatzbereich gelten dabei unterschiedliche Übergangsfristen.
Gesellschaftliche Zustimmung, wirtschaftliche Bedenken
Die öffentliche Debatte ist intensiv: Über 5.000 Stellungnahmen gingen allein im Jahr 2023 bei der ECHA ein. Umweltverbände fordern weitreichende Beschränkungen, während Industrievertreter vor erheblichen Folgen für Lieferketten, Forschung und Innovation warnen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) plädiert für einen stärker risikobasierten Ansatz sowie für Ausnahmen bei essenziellen Anwendungen.
In der Bevölkerung herrscht mehr Einigkeit als unter den Verbänden
Eine vor rund einem Jahr veröffentlichte Umfrage des BUND zeigt: Drei von vier Befragten befürworten ein europaweites PFAS-Verbot – auch entgegen der Einschätzung vieler Fachleute, wonach zahlreiche industrielle Anwendungen kurzfristig nicht ohne PFAS substituierbar sind. Dies stellt Hersteller und Inverkehrbringer der betroffenen Produkte vor erhebliche Herausforderungen, die Zeit, Aufwand und Innovationskraft erfordern.
Übergangsfristen und Alternativen entscheidend
Mit den erwarteten Gutachten der Ausschüsse rückt die politische Entscheidung der EU-Kommission näher. Bis Ende 2026 sollen die Rahmenbedingungen feststehen – einschließlich möglicher Ausnahmen und branchenspezifischer Übergangsregelungen. Für Costenoble bedeutet dies, bereits jetzt Strategien zur Substitution vorzubereiten, um auch künftig handlungsfähig zu bleiben.
Costenoble: Neue Produkte im Sortiment und bewährte Lösungen für neue Anwendungen
Diese Substitutionsstrategie umfasst die Aufnahme neuer, PFAS-freier oder PFAS-reduzierter Produkte ins Sortiment, um für bestehende Anwendungen künftig alternative Lösungen anbieten zu können. Gleichzeitig werden bestehende Anwendungen daraufhin überprüft, ob bereits vorhandene, PFAS-freie Produkte aus dem Hause Costenoble vergleichbare Ergebnisse erzielen und bisherige Formulierungen ersetzen können.
Neben eigenen Entwicklungsanstrengungen arbeitet Costenoble weiterhin eng mit seinen langjährigen Partnern DuPont und Chemours an neuen Produktlösungen zusammen. Zugleich wird die Kooperation mit neuen Lieferanten – wie dem französischen Unternehmen Lubrilog – ausgebaut, um das gesamte Produktportfolio noch zukunftssicherer aufzustellen. Derzeit befindet sich Costenoble auf einem sehr guten Weg und blickt zuversichtlich auf die kommenden Entwicklungen der Europäischen Union im Umgang mit PFAS – mit dem klaren Ziel, den Übergang zu umweltverträglichen Alternativen im Sinne seiner Kunden aktiv zu gestalten.